praxis Tanja Francisco
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23.06.2016

Dein Leuchten!

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Ubuntu - ein afrikanischer Stamm nimmt ein Stammesmitglied, das etwas verletzendes oder falsches getan hat, in die Mitte und erzählt ihm zwei Tage lang alles Gute, was er je getan hat. Sie glauben, dass jeder Mensch im Grunde gut ist und sich Sicherheit, Liebe, Frieden und Glück wünscht. Seine Missetat ist nur ein Hilferuf. Auf diese Weise verbinden sie ihn wieder mit seiner wahren Natur. Er kann erkennen, wie er sich  von der Wahrheit vorübergehend getrennt hatte und sich wieder erinnern, wer er wirklich ist.
(Konzept der Ubuntu – ich bin, weil du bist)
 
Ist das nicht schön? Das berührt mich wirklich sehr, umso mehr, als dass ich das Gefühl habe, dass wir in einer Gesellschaft aufwachsen, in der manchmal das Gegenteil geschieht.
 
Anstatt echter Hilfe erfolgen Missverständnis und Bestrafung.
 
Gehen wir einmal zurück zum Anfang unseres Lebens, um exemplarisch ein paar Ursachen herauszupicken:
 
Wenn wir früher als Babys geschrien hatten, ließ man uns ganz oft einfach schreien. Sätze, die man in diesem Zusammenhang hören konnte, waren: „Man darf das Baby nicht so verwöhnen“ oder „Schreien kräftigt die Lungen“  usw… Diese Einstellung und Vorgehensweise stammt übrigens noch aus der Zeit des Nationalsozialismus, wo es gewollt war, abgestumpfte und brave Krieger heranzuziehen…. Babys wurden ganz oft nicht in ihren Bedürfnissen wahrgenommen. Aber Fakt ist: Ein Säugling weint oder schreit nicht einfach grundlos. Aber oft wussten unsere Eltern nicht, wie Erziehung funktioniert und haben letztendlich auch das übernommen, was damals eben Gang und Gebe war.
Meiner Ansicht nach kann man ein Kind nicht genug mit Liebe verwöhnen. Aus diesem Gefühl wächst das Urvertrauen und auch für das Kind ein Gefühl von „Ich bin richtig“ und „Meine Bedürfnisse werden befriedigt“.
 
Und wenn dieses Urvertrauen und die Selbstliebe erst einmal gesetzt sind, fällt es diesen Kindern auch viel leichter, selbst zu teilen, selbst Liebe und Mitgefühl zu geben, weil es das dann auch so erfahren und erlebt hat.
 
Auch in der Schule wird darauf geschaut, was nicht richtig ist, das Falsche wird angestrichen, d.h. der Fokus liegt auf den Fehlern, und nicht auf dem vielen, was alles super gemacht wurde. Im Berufsleben wird zwar die Zusammenarbeit teils regelrecht gefordert, jedoch wird dann unterschwellig wieder für Konkurrenzsituationen gesorgt, indem beispielsweise derjenige, der außergewöhnliche Leistungen erbringt, eine Beförderung erhält usw.
Es gibt so viele Bereiche, in denen sich das widerspiegelt. Ich könnte jetzt noch viele weiter aufführen.
 
Und was tun wir mit Kindern, die eigentlich Aufmerksamkeit wollen, aber nicht gelernt haben, wie sie diese auf positive Weise erhalten können? Wir bestrafen sie.
 
Und so bestrafen wir uns heute auch. Negative Glaubenssätze werden dabei wiederholt und verfestigt.
Schauen wir uns die Situationen jedoch einmal genauer an, in denen wir einen Mangel, einen Hass, eine Eifersucht usw…. spüren. Oft erkennen wir, dass dies auf Anteile aus unserer Kindheit zurückzuführen ist.
 
Dies sollte jetzt aber keinesfalls als Entschuldigung dienen oder gar, sich als Opfer zu sehen.
 
Wichtig ist, diese Anteile nicht etwa zu verurteilen, und sie gleich „weghaben wollen“, sondern sie liebevoll in den Arm zu nehmen und zu schauen, welches Bedürfnis gerade befriedigt werden möchte, und sich dann auch das zu geben, was gebraucht wird, bis es schließlich „voll“ ist, sich rund anfühlt. Eine gute Möglichkeit ist hier auch, wie in der Hypnosystemik entwickelt, die Arbeit mit inneren Anteilen und inneren Bildern.
 
Und aus dem Zustand der Fülle, der inneren Zufriedenheit, können wir auch leichter andere Menschen unterstützen, ihnen unsere Liebe geben und teilen, was geteilt werden möchte.
 
Warum also nehmen wir uns nicht ein Beispiel an der Herangehensweise dieses afrikanischen Stammes und sorgen so erst einmal in uns für Liebe und Frieden, und dann im Außen für ein soziales und liebevolles Miteinander.
 
Tanja Francisco
www.toadtouchwood.de

 

Tanja - 10:04 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen